Referat "ElternWissen Schulerfolg"
von 
Martina Krieg,  Einsiedeln

Zeitungsbericht: von Gabi Corvi

Schänner Eltern erhalten wertvolle Lern-Tipps

Das Elternforum Schänis und die Schulleitung haben am Donnerstagabend zum Anlass "Elternwissen Schulerfolg" eingeladen. Die Anwesenden bekamen viele Anregungen, wie sie ihre Kinder beim Lernen unterstützten können.

Die Referentin Martina Krieg ist Lehrerin, Erziehungsberaterin und Mutter dreier Teenager. In ihrem Referat brachte sie verschiedene Aspekte des Lernens aufs Tapet. Sie machte deutlich, dass Schulerfolg nicht nur "gute Noten nach Hause bringen" bedeutet. Vielmehr solle man das Potenzial der Kinder nutzen. Gleich zu Beginn holte sie die "allwissenden" Erwachsenen auf den Boden der Realität, denn ab Fünfundzwanzig nehme die Lernfähigkeit ab, so Krieg augenzwinkernd.

Vom Trampelpfad zur Autobahn

Die Bereitschaft des Gehirns zu lernen sei schon von klein auf vorhanden. "Die Verbindungen im kindlichen Gehirn erinnern an Trampelpfade", so Krieg. Langsam würden sich diese zu Kantonsstrassen und später, im Erwachsenenalter zu Autobahnen ausbauen. Wo die Grossen sehr schnell im Denken seien, wären die Kleinen wohl langsamer, aber auch kreativer und vielseitiger, präzisierte die Rednerin.

Wichtig sei es, Grundfertigkeiten wie Lesen oder das Einmaleins immer wieder zu üben. Repetierte Inhalte würden besser haften bleiben. 

"Vielseitige Erfahrungen im Alltag sind enorm wichtig", betonte sie und zeigte eine entsprechende Liste mit Stichworten wie Nase putzten, Gerüche erkennen, Salat rüsten oder Fahrrad fahren. Nur 10 Prozent von dem was wir lesen, würden wir behalten, wenn wir es selbst tun, seien es 90 Prozent.

Auch das viel propagierte Lernen im Schlaf sei keine Mär: " Der Schlaf ist wie eine Poststelle des Gehirns. Während wir ruhen, werden die Nachrichten verteilt und nach Prioritätten eingeordnet." Wenn Kinder zu wenig schlafen, könne das Gehirn weniger speichern.

Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit

Wichtig sei zudem ein geeigneter Hausaufgabenort wie der Ess- oder Stubentisch, denn da seien auch die Eltern präsent. Es brauche eine Planung, wann und wie die Hausaufaben gemacht werden und nicht zuletzt solle für frische Luft und entsprechende Ruhe gesorg werden. "Eine halbe Stunde vor und nach dem Lernen sollten die Kinder auf Games und Fernsehen verzichten", infomierte die Bildungswissenschaftlerin: "Das Gehirn wird sonst von zu vielen Reizen überflutet und kann das Gelernte nicht verarbeiten und speichern."

Das Elternhaus trage massgeblich zum Schulerfolg bei. Auf dem Potenzial des Kindes solle mit Interessenförderung und Motivation aufgebaut werden. "Wichtig sind die drei Z: Zeit Zuwendung, Zärtlichkeit." Eltern, die Beziehungszeitenpflegen, würden ganz nebenbei die Intelligenz ihrer Kinder fördern. "Sprechen Sie mit Ihren Kindern nicht auf weite Distanz. Holen Sie Ihre Gesprächspartner auf Armlänge zu sich heran." Sie sollen die positive Spirale der Selbstwirksamkeit fördern und dem Kind zeigen, dass es mit seinen Fähigkeit und Begabungen auf dem richtigen Weg ist: "Liebe ist unabhängig von Leistung."

Hausaufgaben-Stress ist unnötig

Im zweiten Teil des Abends konnten die Eltern und anwesenden Lehrer ihre Erfahrungen austauschen. Krieg brachte verschiedene Aspekte oder Fragestellungen zu den Hausaufgaben in die Gesprächsrunden ein.

Angeregt unterhielten sich die Teilnehmer über ihre Strategien, die Kinder  in Sachen Lernen bei der Stange zu halten. Die Referentin gab Inputs: "Nur wenn die Kinder den Sinn der Aufgabe und ein Ziel erkennen, werden sie motiviert ans Aufgabenlösen und ans Lernen gehen. " Manchmal sei es besser, jeden Tag fünf Minuten die "Franz-Wörtli" zu üben, als eine Nacht vor der Prüfung alles zu büffeln.

Weiterführender Link zu Martina Krieg